Eine Website ist einer der wichtigsten Bestandteile einer Inbound-Marketing-Strategie.
Auf deiner Website finden deine potenziellen Kunden dich und dein Angebot, können Vertrauen fassen und direkt mit dir in Kontakt kommen.
Allerdings ist es nicht immer sinnvoll, eine komplette Website zu bauen. Besonders, wenn man noch am Anfang steht, lohnt es sich, erst mal mit einer Landingpage bzw. Webvisitenkarte zu starten, um seine Kommunikation zu testen und zu schauen, ob Leute überhaupt Interesse an dem eigenen Angebot haben.
Und je nachdem, was die eigene Verkaufs- bzw. Marketing-Strategie ist, kann eine Webvisitenkarte ausreichen, um Interessenten zu finden und sie zu Kunden zu machen.
Was dafür auf eine Webvisitenkarte gehört, schauen wir uns jetzt an.
Das gehört auf eine Webvisitenkarte
Eine Webvisitenkarte ist eine kleine Seite, die zeigt, wer du bist, was dein Angebot ist und wie man mit dir in Kontakt kommt.
Dafür braucht deine Webvisitenkarte folgende Informationen:
- Eine kurze Beschreibung deines Angebots: Was machst du? Für wen machst du es und welche Mehrwerte hat der Kunde davon?
- Deinen Namen, Firmenname und Kontaktmöglichkeiten (E-Mail, Telefon, Kontakformular)
- Aus rechtlichen Gründen: Impressum und Datenschutz. (Bei sehr einfachen Seiten, ohne Tracking, ist nicht mal ein Cookie-Banner erforderlich.)
- Wenn vorhanden: Bestehende Reviews von Kund*innen, um das Vertrauen zu steigern
Woher bekomme ich die Texte für meine Webvisitenkarte?
Wenn du Texte für deine Webvisitenkarte schreibst, solltest du den größten Wert darauf legen, dass man dein Angebot sofort versteht.
Nach einer Studie der NN-Group (einer der größten Studien-Durchführer, wenn es um Webseiten geht) hast du ca. 5 bis 10 Sekunden Zeit, um Leute von deinem Angebot zu überzeugen, bevor sie deine Website wieder verlassen.
»To gain several minutes of user attention, you must clearly communicate your value proposition within 10 Seconds.«
– NNGroup, wie lange User auf einer Website bleiben (englisch)

In diesen ersten 5 bis 10 Sekunden musst du es so klar wie möglich machen:
- Was gibt es hier?
- Für wen ist es?
- Warum sollte es mich interessieren?
Wichtig ist dabei wirklich: Klarheit! Verkünstle dich nicht mit deinen Texten. Sag ganz oben auf deiner einfach klar heraus, was du anbietest.
Zum Beispiel: Ich helfe Selbstständigen und Gründer*innen dabei, ihre Webvisitenkarte zu erstellen!
Wenn du mehr dazu wissen willst, wie du deine Texte so schreibst, dass sie überzeugen, schau dir unseren Artikel zu effektiven Website-Texten an!
Wie erstelle ich eine Webvisitenkarte?
Auf klassischem Weg kannst du eine Webvisitenkarte mit Anbietern wie Jimondo, Wix, Ionos oder Ähnlichem erstellen.
Wenn du etwas fortgeschritten bist, kannst du auch WordPress und Elementor nutzen.

Für den Anfang und für eine einfache Webvisitenkarte ist der Aufbau ehrlicherweise nicht so wichtig.
Du musst dir nur klar darüber sein, dass wenn deine Website skaliert, du irgendwann eventuell den Anbieter wechseln musst, für mehr Leistung, bessere Ladezeiten und einfacheres Pflegen der Seite.
Kann ich meine Webvisitenkarte auch mit KI erstellen?
Ehrlich gesagt ist 2026 wahrscheinlich KI der einfachste Weg, um eine schnelle Webvisitenkarte zu erstellen.
Eine KI kann dir helfen:
- Deine Website zu designen
- Einfache Texte dafür zu schreiben
- Dir den Code für die Website als HTML-Dokument geben
- Dir eine Anleitung geben, wie du die Website auf einen Server hochlädst
Somit ja: Eine KI kann deine Webvisitenkarten erstellen. Ich würde nur bei den Texten aufpassen. Texte der KI wirken oft sehr generisch und austauschbar und sind langfristig hinderlich für eine gute Marke. Wir haben bei unseren Kollegen von Hansoulu schon mal einen Artikel dazu geschrieben: KI-Texte für deine Website. Helfen sie wirklich?
Wann ist eine Webvisitenkarte sinnvoll?
Eine Webvisitenkarte ist dann besonders sinnvoll, wenn du noch recht am Anfang stehst und mit deinem Content-Marketing loslegen willst, um Kunden zu finden.
Bei einer Neugründung
Ganz am Anfang willst du meistens nur einen Weg, damit Leute sich schnell und einfach über dich und dein Angebot informieren können. Es ist unverzichtbar eine Website zu haben, weil du über diese Vertrauen aufbauen kannst, dass du ein echtes Business bist und eventuell schon Stimmen deiner Kunden oder Qualifikationen darauf präsentieren kannst, als Beweis, dass du überhaupt kannst, was du behauptest.
Dafür eignet sich eine Webvisitenkarte ziemlich gut!
Du willst billig und schnell ein Angebot testen
Auch zum Testen eines neuen Angebots ist eine Webvisitenkarte ein beliebtes Mittel. Du kannst ohne viel Aufwand schauen, ob Leute überhaupt auf dein Angebot anspringen und Interesse haben (praktisch einen Procut-Market-Fit finden), bevor du dir Mühe machst, viel Content zu erstellen.
Wenn du Kunden über Netzwerkarbeit oder Outreach findest
Eine Webvisitenkarte ist eine ziemlich gute Unterstützung bei Sales-Aktivitäten. Wenn du gar nicht so viel Inbound-Marketing machst (also Leute über Inhalte auf deine Seite ziehst), sondern eher Netzwerke oder Leute direkt anschreibst oder durchtelefonierst um Kunden zu finden. Hier ist eine Webvisitenkarte einfach nur eine Möglichkeit, im Nachgang des Gesprächs, weiter Vertrauen aufzubauen.
Als Übergangslösung
Eine Webvisitenkarte ist eine gute Übergangslösung, damit du erst mal aktiv wirst. Viele Selbstständige, mit denen wir reden, machen sich zu viele Gedanken über: ihr Logo, ihre Farben, ihre Texte, die Struktur ihrer Website, ihre … alles!
Eine Webvisitenkarte bringt dich zumindest mal in die Öffentlichkeit. Und mit deinem Angebot rauszugehen, ist einer der wichtigsten Schritte, die du für dein ganzes Business tun kannst. Mehr dazu auch in unseren zehn Schritten zu mehr digitaler Sichtbarkeit.
Was sind die Nachteile einer Webvisitenkarte?
Eine einfache Webvisitenkarte bringt allerdings auch ein paar Nachteile mit sich und kann es dir schwer machen, digital gefunden zu werden und Leute von deinem Angebot zu überzeugen.
Keine Auffindbarkeit in Suchmaschinen (Google)
Weil deine Website wenig Inhalt hat, ist es unwahrscheinlich, dass du in Suchmaschinen auftauchst und Leute dich einfach so finden. Damit Google und andere Suchmaschinen deine Website ranken, brauchst du Inhalte, die auf Keywords optimiert sind und Autorität in deinem Bereich, was nur über mehr Inhalte geht.
Du hast wenig Platz, um Kunden zu überzeugen
Deine Webvisitenkarte ist nur seine Seite. Da ist es schwierig alle Informationen über dich, deine Leistungen, deine Erfolge und so weiter unterzubringen, ohne dass die Seite zu lang wird und der potenzielle Kunde abspringt.
Du hast wenig Möglichkeiten zur Lead-Generierung
Eine Webvisitenkarte zeigt nur dein Angebot und gibt eine Kontaktmöglichkeit. Wenn die Leute aber nicht direkt Kontakt aufnehmen, hast du wenig Mittel, sie in deinen Marketing-Funnel zu bekommen. Du kannst deinen Newsletter nicht bewerben oder einen guten Leadmagneten anbieten.
Was genau braucht eine Webvisitenkarte, um zu überzeugen?
Der Aufbau deiner Webvisitenkarte sollte wie folgt aussehen:
- Hero-Bereich
- Problem-Bereich
- Lösungs-Bereich
- Kunden-Stimmten
- Kontakt-Bereich (Call-To-Action)
- Über-dich-Bereich
- FAQ-Bereich
Der Website-Hero
Der Website-Hero ist das, was Kunden sehen, wenn sie auf deiner Website landen. Diesen Bereich sehen 100 % deiner Besucher. Die meisten springen aber hier direkt wieder ab, wenn du sie nicht neugierig machst.
Um so erfolgreich wie möglich zu sein braucht dein Webiste-Hero:
- Eine Überschrift, die dein Angebot beschreibt
- Ein kurzer, beschreibender Text, der die Mehrwerte deines Angebots hervorhebt
- Ein Foto, das dich oder dein Angebot in Aktion zeigt
- Ein Call-To-Action. Ein Button auf dem so etwas steht wie: »Jetzt Erstgespräch vereinbaren«
- Eventuell schon Logos, Sternebewertungen oder sonstige Stimmen von Kunden, um direkt Vertrauen aufzubauen
Der Problem-Bereich
In diesem Bereich beschreibst du das Problem, das deine potenziellen Kunden haben, damit sie direkt verstehen, dass du ihre Probleme kennst und sie hier richtig sind.
Das passiert meistens in einer kleinen Auflistung von drei oder mehr Unterproblemen bzw. Auswirkungen eines größeren Problems. Du siehst ein Beispiel davon auf unserer Unterseite: Positionierungs-Coaching für Selbstständige.
Der Lösungs-Bereich
Hier zeigst du deine Lösung und beschreibst deinen Service: Warum löst du das Problem?
Kunden-Stimmen
Hier solltest du spätestens (oder noch mal) Stimmen deiner Kunden zeigen, die beweisen, dass dein Service funktioniert und du das Problem auch lösen kannst.
Am besten ist es, wenn du Zitate deiner Kunden und auch Bilder von ihnen hast, um das Vertrauen in die Echtheit der Reviews zu steigern.
Kontakt-Bereich (Call-To-Action)
Ermögliche deinem Kunden, direkt mit dir in Kontakt zu kommen. Das kann über eine Angabe deiner Telefonnummer und E-Mail-Adresse passieren, ein Kontaktformular oder einen Button, der zu einem Service führt, bei dem man direkt einen Termin buchen kann (z. B. Meetergo)
Über-dich-Bereich
Hier geht es um dich: Wer bist du? Was kannst du? Und warum kannst du das?
Hier solltest du ein bisschen über deine Vergangenheit und Qualifikationen schreiben und warum du die richtige Wahl für den Kunden bist, um sein Problem zu lösen.
FAQ-Bereich
Am Ende kannst du noch häufige Fragen listen, die deine Kunden haben, die immer wieder auftauchen. Die FAQs kannst du auch zur Einwandsbehandlung nutzen, wenn es immer wieder Fragen gibt, die deine Kunden sich stellen, bevor sie dein Angebot kaufen.

Gestaltung und Technik
Neben den Inhalten sollte deine Webvisitenkarte optisch ansprechend sein und technisch gut aufgebaut sein, um deine potenziellen Kunden zu überzeugen.
Du musst dabei nicht sonderlich viel Energie in die Gestaltung stecken. Eine gut lesbare Schrift und eine Auswahl von Farben, die nicht im Auge wehtun, reichen völlig aus. Natürlich kannst du dir überlegen, dass Farben eine gewisse Wirkung haben und du vielleicht blau oder dunkelblau nehmen solltest, wenn dein Angebot sehr seriös wirken soll. Aber am Anfang musst du das nicht überdenken.
Bei der Technik geht es hauptsächlich darum, dass alle deine Buttons auch funktionieren und die Ladezeiten nicht so lang sind. Bei einer Webvisitenkarte sind die Ladezeiten selten das Problem, aber die Buttons solltest du auf jeden Fall prüfen, bevor du die Seite live schaltest.
Drei Beispiele für Webvisitenkarten
Um dich zu inspirieren und dir das Ganze in Aktion zu zeigen, sind hier 3 Beispiele von Webvisitenkarten, bei denen wir mitgeholfen haben.
Beispiel 1: Feng-Shui-Homeoffice

Dorina hat einen One-Pager auf dem sie ihre Feng-Shui-Services anbietet. Wie du siehst, macht sie in ihrem Hero sofort klar, worum es geht und was sie anbietet.
Dazu hat sie noch eine harmonische Farb- und Schriftwahl, die zu ihrem Angebot und ihrer Person perfekt passt.
Beispiel 2: Achtstam Wirken

Nadine bietet Achtsamkeits-Trainings an. Auch hier siehst du einen Text, der ihr Angebot sofort klar macht, ein harmonisches Bild, das dazu passt und einen Call-To-Action, um direkt mit ihr in Kontakt zu kommen.
Beispiel 3: Inklufusion

Inklufusion ist ein Verein, der sich für die Rechte von Menschen mit Behinderung einsetzt. Bei ihrer Website stand die digitale Barrierefreiheit im Vordergrund. Der Gründer Alex ist sehr aktiv und die Website ist mittlerweile zu weit mehr als einer Webvisitenkarte gewachsen.
So wächst du mit deiner Webvisitenkarte
Deine Webvisitenkarte ist für die meisten nur der Anfang und ein gutes Mittel, um sich mit ihrem Angebot in wenigen Tagen online zeigen zu können.
Sobald allerdings das Marketing wichtiger wird oder mehrere Angebote dazukommen, sollte die Webvisitenkarte ausgebaut werden, um mehr SEO-Präsenz zu bekommen und mehr Möglichkeiten der Lead-Generierung zu haben.
Wer keine Lust auf Kaltakquise hat und über Inbound-Marketing seine Kunden finden will, für den ist der Ausbau der Website unverzichtbar.
Bevor du deine Webvisitenkarte ausbaust, würde ich dir aber empfehlen, dich mit deiner Positionierung und deiner Nische auseinanderzusetzen.
Eine Positionierung hilft dir dabei:
- Dein Angebot so klar wie möglich zu machen, um Website-Besucher nicht nach 5 Sekunden zu verlieren
- Dich von der Konkurrenz abzuheben
- Die richtigen Kunden anzusprechen und deine Marekting-Kosten zu reduzieren
- In deinen Verkaufsgesprächen besser zu überzeugen
- und vieles mehr
Eine Positionierung ist die Grundlage jeder Marketing-Aktivität und spart dir viel Zeit und Nerven, wenn du deine Marke ernsthaft aufbauen willst.